Mit dem Newsletter werden wir alle Spender und Unterstützer auf dem Laufenden halten, was wir – Dank Ihrer Hilfe – leisten konnten.


Leben in Freiheit für Frauen
aus Menschenhandel / Zwangsprostitution

Häufig gestellte Fragen FAQ

über MISSION FREEDOM

Wir haben für Sie unten stehend die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst. Sie finden Ihre Frage nicht? Schreiben Sie uns über kontakt(at)mission-freedom.de oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

MISSION FREEDOM e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Hamburg und wird von Gaby Wentland als 1. Vorsitzende geleitet. Der Vorstand besteht außerdem aus Claudia Keuter, der 2. Vorsitzenden und dem 3. Vorsitzenden Martin Schuit. Unser Team besteht darüber hinaus aus einer Sozial-Ökonomin (HOME-Leitung), einer Sozialarbeiterin/-pädagogin B.A., Krankenschwester, einer Ärztin und einer Psychologischen Psychotherapeutin. Dazu kommen eine Hauswirtschaftsleiterin, meist zwei Mitarbeiterinnen aus dem Bundesfreiwilligendienst und Praktikantinnen. Zwei Streetworkerinnen leiten Teams von ehrenamtlichen Streetworkern, die regelmäßig, mehrmals wöchentlich im Rotlicht-Milieu aktiv sind und zeitweise ein Café dort betreiben für Frauen in Prostitution. Das Office-Management und die Buchhaltung wird von einer Steuerfachfrau geleitet. Zudem werden unsere Finanzen regelmäßig von einer anerkannten Steuerberatungsgesellschaft überprüft.

Unsere Arbeit gliedert sich in die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit und Arbeit mit den Betroffenen.

Mit unserer Öffentlichkeitsarbeit wollen wir die Gesellschaft für die Themen Menschenhandel und Prostitution sensibilisieren. Dazu halten wir Vorträge, publizieren Informationen in Form von Flyern und Broschüren und leisten damit Aufklärung zu den Themen Zwangsprostitution und Menschenhandel in der deutschen Gesellschaft.

Unsere Hilfe für die Betroffenen umfasst die Unterstützung während der kompletten Zeit vom Ausstieg aus der Zwangsprostitution bis zum Aufbau einer neuen Perspektive. Unser Ziel ist dabei, die Frauen in ein selbstbestimmtes Leben zurückzuführen und ihnen damit ihre Würde und Identität wiederzugeben. Wir bieten Opfern von Menschenhandel, Arbeitsausbeutung und Zwangsheirat einen Wohnraum in einer anonymen Unterkunft an, in der sie in einem sicheren Rahmen kompetent in den weiteren Schritten begleitet werden.

Wir unterstützen sie insbesondere auf der Suche nach einem Anwalt, einer Arbeitsstelle oder nach einer eigenen Wohnung sowie bei der Beantragung von gegebenenfalls benötigten Reiseunterlagen in ihr Heimatland. Während die Frauen bei uns wohnen, sorgen wir für Kleidung, Hygieneartikel, Taschengeld und übernehmen alle anfallenden Kosten für Therapien, Fahrtwege und sonstigen Aufwendungen.

Die Wege, auf denen die Betroffenen zu uns kommen, sind sehr verschieden. Durch unsere aufsuchende Arbeit im Hamburger Rotlichtmilieu lernen die Frauen uns kennen oder hören durch andere Frauen von unserer Arbeit. In vielen Fällen geschieht der Erstkontakt auch durch die Vermittlung von anderen, in ganz Deutschland vernetzten, Hilfsorganisationen an uns. Manchmal werden wir auch von Privatpersonen kontaktiert, die Hilfe für eine Bekannte suchen oder die Frauen nehmen durch unsere SOS-Hotline oder Webseite gezielt Kontakt mit uns auf.

Das MISSION FREEDOM HOME ist ein sicheres Haus, das wir für Frauen eröffnet haben, die aus der Zwangsprostitution aussteigen wollen. Um den nötigen Schutz für die Frauen gewährleisten zu können, wird die Adresse bewusst geheim gehalten. Wir haben Platz für 12 Bewohnerinnen, die während der gesamten Zeit bei uns in Einzelzimmern mit Dusche/WC und Kochnische untergebracht sind. Die medizinische und psychologische Versorgung findet durch unsere Ärztin und Psychologin direkt im HOME statt. Ebenso können die Frauen Beratungsangebote vor Ort in Anspruch nehmen. Frauen mit nichtdeutscher Herkunft erhalten regelmäßigen Deutschunterricht, um sich eine selbstbestimmte Zukunft aufbauen zu können. Gemeinsame Mahlzeiten, freiwillige Kreativangebote und Ausflüge strukturieren den Tagesablauf der Frauen, bieten ihnen einen Rahmen für Gemeinschaft und Struktur für ihren Weg in ein neues und unabhängiges Leben.

Direkt nach der Ankunft beschaffen wir die persönlichen Dokumente wie Geburtsurkunde, Pass und Finanzdokumente und informieren auf Wunsch der Frauen ihre Familien in Deutschland oder ihrem Herkunftsland. Wir erstellen mit jeder Frau einen individuellen Hilfeplan für ihre Situation und Nöte und organisieren Perspektiven wie Sprachkurse, Ausbildung, Lehrstelle oder Arbeitsmöglichkeiten. Das Team aus Mitarbeiterinnen, die rund um die Uhr vor Ort sind, begleitet sie bei Behördengängen und im Gerichtsprozess, den vielen Betroffenen aufgrund ihrer Arbeit im Rotlichtmilieu nach einem Ausstieg bevorsteht. Für Frauen, die aus dem Ausland kommen, muss zunächst ihr Aufenthaltsstatus geklärt und gegebenenfalls Schritte zur Beantragung einer Genehmigung oder zur Rückreise in ihr Heimatland beantragt werden. Dafür arbeiten wir mit Dolmetscherinnen zusammen, um die individuell beste Zukunftsperspektive für jede Frau zu finden. Für unsere Arbeit steht uns ein großes Netzwerk an Fachleuten zur Verfügung, das es uns ermöglicht, den Betroffenen vielfältig und professionell zu helfen.

Wir setzen den Frauen kein Zeitlimit für ihren Aufenthalt im HOME - Jede kann so lange bleiben, wie es ihre Situation erfordert. Manche Bewohnerinnen bleiben nur wenige Wochen, andere mehrere Monate, bis sich für sie eine Perspektive entwickelt hat und sie selbstständig wohnen und leben können.

MISSION FREEDOM finanziert sich hauptsächlich aus regelmäßigen oder einmaligen Spenden. Von 2012 bis 2014 wurde das Schutzhaus HOME durch eine Startfinanzierung von Aktion Mensch unterstützt und wird seitdem durch Spendengelder weiterfinanziert.

Menschenhandel und Prostitution

Da es derzeit keine Registrierungspflicht für Prostituierte gibt, existieren für Deutschland keine zuverlässigen Zahlen. Man geht von etwa 400.000 Prostituierten aus, wobei die Dunkelziffer um einiges größer vermutet wird. Präzisere Angaben werden dadurch erschwert, dass viele Frauen dieser Tätigkeit nebenbei oder kurzzeitig nachgehen. Die Fachleute der Polizei schätzen, dass ca. 90% aller Prostituierten Zwangsprostituierte sind. Die Anzahl ihrer Kunden in Deutschland wird auf täglich etwa 1,2 Millionen geschätzt.

Der Umsatz der deutschen Sexindustrie beläuft sich jährlich auf rund 14,6 Mrd. € (Statistisches Bundesamt), wobei der weltweite Umsatz der Branche auf 186 Mrd. US-$ jährlich geschätzt wird (Ausschuss für die Rechte der Frau und Gleichstellung der Geschlechter FEMM).

Am 01.01.2002 hat das Prostitutionsgesetz die Prostitution in Deutschland als Dienstleistung verankert und damit legalisiert. Damit sollte die soziale und rechtliche Stellung der in Prostitution Arbeitenden verbessert werden und ihnen eine Versicherung ermöglichen.

Die Legalisierung der Prostitution hatte jedoch nicht zur Verbesserung beigetragen, weil nur sehr wenige Prostituierte ihrer Anmeldepflicht nachgekommen sind. Gleichzeitig ist die Verfolgung von Zwangsprostitution seit dem Erlass des Gesetzes erschwert worden, da Prostitution nun legal ist. Unter Zwang arbeitende Frauen geben der Polizei gegenüber oftmals an, dass sie freiwillig arbeiten würden, weswegen Behörden und Polizei nicht eingreifen können.

Aktuell (Stand Juni 2016) wird an einem neuen Prostitutionsschutzgesetz gearbeitet, das Menschenhandel in Deutschland verhindern und einschränken soll. Eine stärkere Regulierung soll einen höheren Schutz für die Frauen bewirken und dazu beitragen, Zwangsprostitution schneller aufzudecken.

Laut dem neuen Gesetz sollen ab dem 01.07.2017 eine Anmeldepflicht für Prostituierte, eine Erlaubnispflicht sämtlicher Prostitutionsstätten, eine Zuverlässigkeitsprüfung der Betreiber, eine Kondompflicht und das Verbot bestimmter Betriebskonzepte eingeführt werden. Den kompletten Entwurf können Sie auf Nachfrage bei uns anfordern.

In Deutschland ist Menschenhandel vor allem in Form von Zwangsprostitution verbreitet, dabei sind 95% der Opfer weiblich. Die jungen Frauen, meist noch minderjährig, kommen häufig aus dem Ausland und werden mit Täuschungen und falschen Versprechen oder Verträgen nach Deutschland überführt. Dort sind sie aufgrund von fehlenden Pässen und Androhungen gezwungen, sich auf die Bedingungen der Arbeitgeber einzulassen und der Prostitution nachzugehen.

Sobald die Frauen im Milieu sind, befinden sie sich in einem Netz von Schleppern, aus dem sie sich selbst kaum lösen können. Diese Art der organisierten Kriminalität verhindert die Aufklärung der Frauen über Alternativen und führt dazu, dass sie oft jahrelang in ihrem vermeintlichen Schicksal verharren.

Anklagen gegen sexuelle Ausbeutung werden oftmals milder geahndet als vorgesehen, da die Gerichte aufgrund der Beweis- und Verfahrensführung oftmals ein angemessenes Strafmaß nicht verhängen können. Daher erfasst die Zahl von 392 in Deutschland abgeschlossenen Verfahren gegen Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung im Jahr 2014 nicht das reale Ausmaß von Zwangsprostitution in Deutschland.

Wenn Sie sich ausführlicher über die Methoden informieren wollen, durch die Frauen Opfer von Menschenhandel werden, lesen Sie hier. Bei Fragen kontaktieren Sie uns gerne unter: kontakt@mission-freedom.de

Eigenes Engagement

Unsere Arbeit gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel braucht viele Menschen, die sich mit uns gemeinsam für die Betroffenen und gegen die Kriminalität an Frauen einsetzen. Dabei können Sie ganz konkret mithelfen!

  • Informieren Sie sich weiter über das Thema, auf unserer Homepage finden Sie viele weiterführende Informationen und können kostenfreies Infomaterial bestellen
  • Machen Sie Freunde und Bekannte auf die Problematik aufmerksam
  • Unterstützen Sie unsere Arbeit finanziell (Link und Formular siehe unten)
  • Gehen Sie auf Politiker in Ihrer Region zu und bitten Sie um mehr Aufmerksamkeit für das Thema Menschenhandel in Deutschland
  • Informieren Sie die örtlichen Medien in Ihrem Umkreis und in Ihrer Stadt
  • Nehmen Sie Betroffene in Ihrer Umgebung bewusst wahr und fragen Sie die Frauen direkt, was sie benötigen. Melden Sie Auffälligkeiten bei der Polizei

Wir sind auf regelmäßige Spender ebenso angewiesen wie auf Einzelbeträge. Sie können auf unserer Homepage direkt spenden, wenn Sie auf den folgenden Link klicken:

Online Spenden



Unsere Kontodaten für eine Überweisung sind:

Mission Freedom e.V.
Hamburger Sparkasse
IBAN: DE13200505501276140140
BIC HASPDEHHXXX

Da wir als MISSION FREEDOM e.V. als gemeinnützig anerkannt sind, dürfen wir Spendenbescheinigungen ausfüllen, die Sie steuerlich geltend machen können. Die Zusendung der Bescheinigung folgt unmittelbar nach dem Eingang der Spende per Post.

Vielen Dank, dass Sie unsere Arbeit finanziell unterstützen!

Wir finanzieren uns hauptsächlich aus Spenden und sind deshalb sehr dankbar für jede einmalige und regelmäßige Spende.

Wenn die Frauen bei uns ins HOME einziehen, haben sie meist keine eigenen finanziellen Mittel. Wir finanzieren deshalb ihren Lebensunterhalt und ihre Betreuung aus den Spenden.

Auch wenn wir teilweise mit Ehrenamtlichen arbeiten, sind viele unserer Mitarbeiter fest Angestellte (z.T. in Teilzeit), aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern, die in mehreren Schichten arbeiten. Spenden finanzieren das Gehalt dieser geschulten Fachkräfte. Miet- inkl. Nebenkosten für unser Schutzhaus, dem HOME und den Büroräumen werden davon gedeckt. Zudem entstehen Kosten für uns durch die rund 100 Tage für Aufklärungs-Veranstaltung und Vorträge/Schulungen, die wir jährlich in Schulen, Kirchen und auf Konferenzen halten.

Der sorgfältige und verantwortungsvolle Umgang mit Spenden ist uns sehr wichtig und wird kompetent von einer angestellten Steuerfachfrau betreut. Ein Finanzvorstand prüft und steuert den Eingang und die Verwendung der Spenden umsichtig. Eine jährliche Überprüfung durch einen externen Wirtschaftsprüfer sichert zusätzlich die Transparenz unserer Spendenverwaltung.

Wir wollen den Frauen in unserem MISSION FREEDOM HOME bestmöglichen Schutz, Sicherheit und Privatsphäre gewähren, deshalb ist die Adresse unseres Schutzhauses anonym und nur den Mitarbeitern bekannt. Besuche sind daher nicht möglich. Die Frauen freuen sich über individuell zusammengestellte Pakete mit Hygieneartikeln, die Sie an unsere Geschäftsstelle schicken und von uns an die Bewohnerinnen weitergeleitet werden.

Ein wichtiger Teil unserer Aufklärungsarbeit besteht aus regelmäßigen Vorträgen, die wir in ganz Deutschland halten. Unter www.gabywentland.de finden Sie alle Termine, die für den kommenden Zeitraum geplant sind. Wir freuen uns auch über eine Einladung zu einem Fachvortrag in Ihrer Gemeinde, Kirche oder Organisation. Nehmen Sie dazu einfach per E-Mail an gwentland@mission-freedom.de Kontakt mit uns auf und vereinbaren Sie einen Termin mit uns.

Netzwerkarbeit und die Multiplikation unserer Erfahrungen sind uns sehr wichtig. Weil der Kampf gegen Menschenhandel nur gemeinschaftlich möglich ist, sind wir Mitglied der Diakonie Hamburg, der Initiative „Gemeinsam gegen Menschenhandel“, dem „Netzwerk gegen Menschenhandel“, dem European Freedom Network und der Evangelischen Allianz. Dort erhalten wir Trainingsseminare und bieten auch selbst Schulungen an. Der Fokus liegt dabei auf der Aufklärung zum Thema Menschenhandel, Umgang mit Betroffenen aus Menschenhandel, Traumatherapie, Streetwork und Möglichkeiten der aktiven Mitarbeit in diesem Bereich. Wir bieten auch individuell vereinbarte Seminare in vielfältiger Weise und für verschiedene Zielgruppen an. Inhaltlich stimmen wir die Schulungseinheiten mit Ihnen ab, wobei der zeitliche Rahmen von einer Schulstunde zum Thema Menschenhandel bis zu mehrtägigen Vortragsveranstaltungen etwa zum Aufbau ähnlicher Vereine oder Schutzhäuser reichen kann.

Wir bieten unsere Seminare in Deutschland, Europa und auch weltweit in deutscher und englischer Sprache an. Bei unseren Seminaren haben wir es uns zum Grundsatz gemacht, dass der Aufwand und der resultierende Nutzen stets im sinnvollen Verhältnis zueinander stehen sollten.

Bei Interesse und für eine Terminvereinbarung wenden Sie sich bitte an uns unter: kontakt@mission-freedom.de

SOS – Hilfe für Betroffene

Über unsere SOS-Hotline 0176 57 21 65 54 sind wir rund um die Uhr jederzeit erreichbar!

Auch über SOS.mission-freedom.de können Sie jederzeit in Kontakt mit uns treten.

Wir sind im gesamten europäischen Ausland gut vernetzt und können Ihnen so überall Hilfe vermitteln. Rufen Sie uns gerne an und wir helfen Ihnen weiter.

Gehen Sie, wenn möglich, zusätzlich zur Polizei, die Ihnen gegebenenfalls direkt und unmittelbar helfen kann.

Das Kontaktformular auf der Seite SOS.mission-freedom.de ist zunächst anonym und wir gehen in jedem Fall und zu jeder Zeit vertraulich mit allen Informationen um, die Sie als Person betreffen.