Hilfe für 830 ehemalige Prostituierte in Kampala

Die Situation der alleinerziehenden Mütter im Rotlicht von Kampala

Im Januar 2021 wurden Maria Prean und Gaby Wentland von einer 35-jährigen Uganderin nach Kampala eingeladen. Die junge Frau namens Dorcas arbeitete bereits seit 10 Jahren im Milieu von Kampala und wollte den Frauen in der Prostitution helfen. Sie hatte große Pläne, viele gute Ideen, aber es mangelte am Geld. So bat sie um finanzielle Hilfe.

Bei dem Besuch in Kampala standen dann 320 Frauen vor Maria und Gaby und baten flehentlich um Hilfe dabei das Milieu zu verlassen und um Unterstützung, damit ihre zahlreichen Kinder nicht verhungern! Tausende von jungen, alleinerziehenden Frauen sitzen buchstäblich auf den Straßen Kampalas und müssen sich für € 0,50 prostituieren, um ihre Miete für ihre winzigen schäbigen Zimmer zu bezahlen (1,40m x 1,40m groß). Dort leben sie zusammen mit ihren Kindern. In den kleinen Räumen lagern und waschen sie ihre Wäsche, kochen und schlafen gemeinsam auf einem kleinen Bett. 

Die Kunden für Sex kommen ebenfalls in diese winzigen „Zimmer“ und die Kinder schauen zu. Eine Schule ist für sie unerschwinglich! So werden sie angehalten zu betteln oder sie versuchen irgendwie zu überleben.

Wie unsere Arbeit vor Ort begann – ZOE Mentorship entsteht

Gaby und Maria hörten sich die zahlreichen Bitten an, wussten aber zunächst auch keine Lösung. Gaby flog zurück nach Deutschland, wo ein Spender sie mit einer großen Summe Geld überraschte. Er meinte: “Flieg zurück nach Uganda und hilf den Frauen dort!” Gesagt getan, flog Gaby im Februar 2021 zurück nach Kampala. Sie traf Dorcas und beriet sich über weitere Schritte und Lösungen. Sie eröffneten eine Stiftung in Kampala und richteten ein Konto vor Ort ein. Das Ganze dauerte einige Monate und im Oktober 2021 konnte die erste große Spende an ZOE Mentorship überwiesen werden. Dorcas hatte inzwischen mit den Frauen Handarbeiten begonnen. Sie stellten Handtaschen und Schuhe her und strickten Schals und Mützen. Bei jedem Besuch nahm Gaby seitdem einen Koffer voller produzierten Kunstwaren mit nach Deutschland.  Dort waren die wunderschönen Artikel schnell verkauft und die Spenden flossen direkt zurück zu den Frauen.

Die Ausstiegsarbeit wächst weiter

Inzwischen waren knapp 800 Frauen an der Produktherstellung beteiligt. Viele verließen das Milieu und Dorcas suchte nach einem neuen Ort, an dem sich die Frauen treffen konnten. Im August 2021 konnte sie ein Grundstück mit großem Gebäude anmieten. Dort gibt es viel Platz für Büros und Räume zum Nähen. Über 30 Nähmaschinen wurden angeschafft. Die Frauen waren über alles sehr  überrascht. Jetzt konnten sie in zwei Schichten nähen und ebenfalls Kleidung für sich und ihre Kinder herstellen. Auch eine Strickmaschine kam dazu, die Jacken und Pullover stricken kann.

Mit Zelten und einem Unterstand finden seitdem jede Wochen Versammlungen statt, zu denen 400 – 800 Frauen mit ihren Kindern kommen! Dort wird geschult, beraten, gebetet und geplant. Die Frauen sind selbst in alle Planungen involviert.

Inzwischen kam ein zweites Team zum Helfen dazu. Die Unternehmerin Elfi Reusser und ihr Mann begannen mit einer finanziellen Unterstützung aller Aktivitäten und kamen als Berater für Monate nach Uganda.

Unterstützung für die Kinder der Aussteigerinnen

Nach einigen Überlegungen entschieden wir uns 100 Kinder aus dem Milieu in eine Boardingschool zu bringen. Zunächst schien es nicht möglich, da alle Schulen voll waren. Aber plötzlich tat sich eine wunderschöne Schule in Kampala auf, die unsere 110 Kinder sofort an einem Tag aufnehmen konnte! Das war ein gewaltiges Unterfangen, denn alle Kinder brauchten Schulausrüstungen, Matratzen, Waschbehälter, Schulbücher, zwei Schuluniformen, Schuhe und vieles mehr. Das Ganze gelang finanziell mit großer Unterstützung von Deutschland. Wir konnten diese Kinder in die Schule bringen!

Die Mütter weinten vor Freude. Sie konnten sich solch einen Luxus niemals vorstellen! Und alle Kinder sind fleißig und lernen tüchtig.

April 2022 – Ein Jahr Hilfe in Kampala

Im April 2022 flog Gaby mit einem Team nach Kampala und besuchte die Kinder in der Schule. 110 eifrige Schüler begrüßten sie mit einer Vorführung von Gedichten, Liedern und vielen Berichten. Die Lehrer standen dabei und erzählten, wie einfach diese Gruppe sich integriert hatte! Das Team weinte vor Freude.

830 Frauen trafen auf dem Gelände von ZOE Mentorship ein und erzählten, wie sich ihr Leben seit einem Jahr um 100 % verändert hatte! Sie fanden eine neue Arbeit und auch neue Unterkünfte und waren in der Lage sich selbst zu versorgen. Regelmäßig kamen sie auf dem Gelände zusammen und wurden weiter geschult. Sie fanden einen neuen Glauben und ließen sich taufen. 

Diese Veränderungen sind kaum zu beschreiben. Sie strahlen, freuen sich und sind so dankbar! Ein Wunder ist buchstäblich wahr geworden.  Hunderte von ehemaligen Prostituierten sind integriert und helfen sich gegenseitig!

Ein großes Freudenfest wurde im April gefeiert mit über 1000 Frauen aus Kampala und wir wissen, das ist erst der Anfang!

Dieses Projekt unterstützen

Mit einer Spende für das Projekt in Kampala können wir die Schuldbildung der Kinder weiter finanzieren und so dabei helfen, dass Kreisläufe von Armut und Ausbeutung durchbrochen werden. Mit der Spende können wir außerdem noch weiteren Frauen beim Ausstieg aus der Prostitution helfen.
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