Zwangsprostitution

Zwangs­prostitution

Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung bezeichnet man als Zwangsprostitution.
Junge Frauen z.B. aus Osteuropa oder Afrika werden mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt
und dann dazu gezwungen, gegen ihren Willen ihren Körper zu verkaufen.
Aber auch deutsche Mädchen und Frauen werden immer wieder Opfer von Zuhältern.

Was ist Zwangsprostitution?

Das Bild der freien und selbstbestimmten Sexarbeiterin ist in Deutschland weit verbreitet und dennoch trifft es nur auf eine minimale Zahl an Menschen zu. Der Großteil der Frauen im Rotlichtmilieu arbeitet unter Zwangsbedingungen und wird sexuell ausgebeutet.

Es gibt nicht „die eine Art“ von Zwangsprostitution. Es besteht vielmehr eine Vielzahl von unterschiedlichen Gründen und Ausbeutungsarten, die Menschen – vor allem Kinder und Frauen – in der ausbeuterischen Prostitution gefangen halten.

Rechtliche Definition von Zwangsprostitution

Menschenhandel ist in Deutschland eine Straftat. Zwangs­prostitution als Form von Menschenhandel wird in § 232a StGB geregelt. Strafrechtlich ergänzt wird Zwangsprostitution durch “Ausbeutung von Prostituierten” sowie “Zuhälterei”.

Das Strafgesetzbuch definiert Zwangsprostitution in § 232a StGB folgendermaßen: Zwangsprostitution besteht dann, wenn eine Person eine andere Person unter Ausnutzung ihrer persönlichen oder wirtschaftlichen Zwangslage oder ihrer Hilflosigkeit, die mit dem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, oder wenn die andere Person unter einunzwanzig Jahren alt ist, dazu veranlasst
– die Prostitution aufzunehmen oder fortzusetzen oder
– sexuelle Handlungen, durch die sie ausgebeutet wird,
an oder vor dem Täter oder einer dritten Person vorzunehmen oder von dem Täter oder einer dritten Person an sich vornehmen zu lassen.

Das bedeutet, es benötigt zum Straftatbestand der Zwangsprostitution mind. zwei Personen: Eine Betroffene Person und eine Person, die die Situation der anderen Person für sich ausnutzt. Außerdem benötigt es entweder Hilflosigkeit, persönliche oder wirtschaftliche Zwangslagen oder das Alter unter 21 Jahren.

Warum geraten Frauen in die Zwangsprostitution?

 

Die Gründe, die in die Ausbeutung in der Prostitution führen, sind so vielfältig wie die Herkunftsländer der Opfer.
Je nachdem, ob ein Opfer aus Deutschland oder aus dem Ausland kommt, können sich die Zwangslagen sehr unterscheiden.

Wirtschaftliche Not, Anwerbungen durch falsche Versprechen oder falsche Liebesbeziehungen, sexualisierte Gewalt in der Kindheit, sexuelle Ausbeutung im Rahmen von Kinderprostitution oder – Pornografie sowie der Verkauf durch die eigene Familie an Zuhälter können Gründe sein, warum Frauen in die Zwangsprostitution geraten können.

Hier mehr Informationen zu den Gründen lesen, warum Frauen in die Zwangsprostitution geraten:
Warum geraten Frauen in die Zwangsprostitution?

Welche Methoden nutzen Zuhälter um Frauen in der Zwangsprostitution auszubeuten?

Junge Mädchen aus Deutschland werden oftmals durch die Loverboy-Methode zur Prostitution gezwungen. Die Loverboy-Methode besteht darin, durch eine vorgespielte Liebesbeziehung das Opfer in eine emotionale Abhängigkeit zum Zuhälter zu bringen und sie mittels Täuschung und Manipulation in die Prostitution zu führen und dort auszubeuten.

Junge Frauen aus Osteuropa oder Afrika hingegen sehen oft keine Perspektive in ihrer Heimat. Menschenhändler machen sich das zu Nutze und locken sie mit falschen Versprechungen nach Westeuropa. Manchen wird eine Karriere als Model, anderen Arbeit in der Gastronomie oder anderen Branchen versprochen. Wieder andere nehmen an, dass sie in Westeuropa selbständig als Prostituierte arbeiten und viel Geld verdienen können. Auf der Reise wird ihnen der Pass weggenommen, sie werden bedroht, geschlagen und vergewaltigt.

Im Zielland angekommen, müssen sie gegen ihren Willen in Bordellen, Terminwohnungen oder auf dem Straßenstrich arbeiten und werden wie Ware immer wieder weiter verkauft. Ihnen wird gesagt, dass sie nun hohe Reisekosten zurückbezahlen müssten. Ständige Ortswechsel machen einen Aufbau von festen Beziehungen unmöglich. Die Frauen sind entwurzelt und hilflos und können sich meist kaum verständigen. Sie haben keine Papiere mehr, sind also illegal im Land. Sie wagen es aus Angst vor Abschiebung oft nicht, sich an die Polizei zu wenden. Die Zuhälter und Zuhälterinnen bedrohen sie und ihre Familie massiv. 

Hier mehr zu dem Thema Methoden der Zuhälter lesen:
Zwangsprostitution – Die Methoden der Zuhälter

Die Folgen von Zwangsprostitution

Die psychischen und physischen Folgen der ständigen Vergewaltigungen und Gewalterfahrungen bis hin zu Folterungen sind immens. Viele der Frauen, Mädchen und Jungen sind schwer traumatisiert.

Zu diesem Thema hier weiterlesen:
Prostitution und ihre Folgen 

Eines der größten Probleme bei der Bekämpfung der Zwangsprostitution besteht darin, dass die Anzeige-Bereitschaft seitens der Opfer gering ist, da sie sehr stark eingeschüchtert sind. Deswegen ist es notwendig, dass sie betreut und stabilisiert werden, um klare Zeugenaussagen machen zu können.

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Zahlen und fakten

Die Zahlen des BKA Bundeslageberichts 2021 zum Thema Zwangsprostitution:

0 %
der ermittelten Opfer kommen aus Deutschland
0 %
der Opfer sind jünger als 21 Jahre
1 %
haben in der Kindheit sexuelle Gewalt erlebt

Fakten und rechtliche Lage

Menschenhandel ist in Deutschland eine Straftat. Zwangs­prostitution als Form von Menschenhandel wird in § 232a StGB geregelt. Strafrechtlich ergänzt wird Zwangsprostitution durch "Ausbeutung von Prostituierten" sowie "Zuhälterei".

Hinter den Kulissen im Deutschen Rotlicht

Das Bild der freien und selbstbestimmten Sexarbeiterin ist in Deutschland weit verbreitet und dennoch trifft es nur auf eine minimale Zahl an Menschen zu. Der Großteil der betroffenen Personen im Rotlicht erlebt eine andere Welt.

Warum geraten Frauen in die Zwangs­prostitution?

Die Gründe, die in die Ausbeutung in der Prostitution führen, sind so vielfältig wie die Herkunftsländer der Opfer. Je nachdem, ob ein Opfer aus Deutschland oder aus dem Ausland kommt, können sich die Zwangslagen sehr unterscheiden.

Die denken, Prostitution ist ein ganz normaler Job und den Frauen geht’s gut. Aber den Frauen geht’s gar nicht gut in der Prostitution. Die einzigen, die es gut haben in der Prostitution sind die Ladenbesitzer und das wars. Und vielleicht der Staat, weil sie noch Steuern kassieren dafür.

– Ehemalige Betroffene

Die Methoden der Zuhälter

Die Loverboy-Methode, rohe Gewalt gegenüber Opfern und deren Familien, Voodoo-Zauber in Afrika, Erpressung durch heimliche Filmaufnahmen - die Methoden der Zuhälter, um Mädchen zur Prostitution zu zwingen, sind vielseitig.

Freiwillige vs. unfreiwillige Prostitution

In der öffentlichen Debatte zu Prostitution wird häufig zwischen der freiwilligen Prostitution und der Zwangsprostitution unterschieden. Doch oft verschwimmen die Grenzen. Auch im "freiwilligen" Milieu wird Zwang und Gewalt ausgeübt.

Warum ist der Ausstieg so schwer?

Viele fragen sich, warum die Frauen aus der Prostitution nicht aussteigen, wenn es denn dort so furchtbar sei. „Warum fliehen die Frauen nicht einfach?“ Es gibt zahlreiche Gründe, warum Frauen nicht aus der Prostitution aussteigen (können).

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