Leben in Freiheit für Frauen aus Menschenhandel/Zwangsprostitution

MISSION FREEDOM: Leben in Freiheit

MISSION FREEDOM e.V. wurde vor 10 Jahren gegründet, um gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution aufzustehen. Unser Auftrag ist es, Aufklärung zu leisten sowie den betroffenen Frauen eine echte Zukunftsperspektive anzubieten.

Unsere Arbeit besteht aus vier Säulen: Aufklärungsarbeit, Streetwork, Schutzhäuser und Kooperationen. Wir danken Ihnen herzlich, wenn Sie durch Ihre Spende dabei beteiligt sind. Gemeinsam können wir ein Leben in Freiheit für diese jungen Frauen ermöglichen.

Menschenhandel

Menschenhandel ist eine Form der internationalen organisierten Kriminalität. Er gilt weltweit als der am schnellsten wachsende Verbrechenszweig. Die International Labour Organization (ILO) schätzt die Gewinne aus dem Handel mit Menschen auf 31 Milliarden Dollar pro Jahr. (1)

Menschenhändler machen sich die wirtschaftliche und soziale Notlage von Menschen aus sogenannten Schwellen- und Entwicklungsländern und deren Hoffnung auf ein besseres Leben zu Nutze, indem sie die Betroffenen unter falschen Versprechungen anwerben und durch z.B. Drohung, Gewalt oder Schuldknechtschaft in ein Verhältnis der Abhängigkeit bringen. Menschen werden wie Ware behandelt, sie werden gekauft, verkauft und systematisch ausgebeutet - Menschenhandel ist eine moderne Form der Sklaverei.

Es gibt verschiedene Formen des Menschenhandels:

  • zur Ausbeutung der Arbeitskraft
  • Sexuelle Ausbeutung → Zwangsprostitution
  • Menschenhandel zum Zweck des Organhandels
  • Menschenhandel zum Zweck der Adoption
  • Zwangsheirat

Das Zusatzprotokoll zum Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, insbesondere des Frauen- und Kinderhandels definiert Menschenhandel wie folgt:

Der Ausdruck „Menschenhandel“ bezeichnet „die Anwerbung, Beförderung, Verbringung, Beherbergung oder den Empfang von Personen durch die Androhung oder Anwendung von Gewalt oder anderen Formen der Nötigung, durch Entführung, Betrug, Täuschung, Missbrauch von Macht oder Ausnutzung besonderer Hilflosigkeit oder durch Gewährung oder Entgegennahme von Zahlungen oder Vorteilen zur Erlangung des Einverständnisses einer Person, die Gewalt über eine andere Person hat, zum Zweck der Ausbeutung. Ausbeutung umfasst mindestens die Ausnutzung der Prostitution anderer oder andere Formen sexueller Ausbeutung, Zwangsarbeit oder Zwangsdienstbarkeit, Sklaverei oder sklavereiähnliche Praktiken, Leibeigenschaft oder die Entnahme von Körperorganen”. (2)

Zwangsprostitution in Deutschland

Zwangsprostitution

Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung bezeichnet man als Zwangsprostitution.

Junge Frauen aus Osteuropa oder Afrika sehen oft keine Perspektive in ihrer Heimat. Menschenhändler machen sich das zu Nutze und locken sie mit falschen Versprechungen nach Westeuropa. Manchen wird eine Karriere als Model, anderen Arbeit in der Gastronomie oder anderen Branchen versprochen. Wieder andere nehmen an, dass sie in Westeuropa selbständig als Prostituierte arbeiten und viel Geld verdienen können. Auf der Reise wird ihnen der Pass weggenommen, sie werden bedroht, geschlagen und vergewaltigt.

Im Zielland angekommen, müssen diese Frauen gegen ihren Willen in Bordellen, Terminwohnungen oder auf dem Straßenstrich arbeiten und werden wie Ware immer wieder weiter verkauft. Ihnen wird gesagt, dass sie nun hohe Reisekosten zurückbezahlen müssten. Ständige Ortswechsel machen einen Aufbau von festen Beziehungen unmöglich. Die Frauen sind entwurzelt und hilflos und können sich meist kaum verständigen. Sie haben keine Papiere mehr, sind also illegal im Land und wagen es aus Angst vor Abschiebung oft nicht, sich an die Polizei zu wenden. Die Zuhälter und Zuhälterinnen bedrohen sie und ihre Familie massiv. Etwa ein Fünftel der Opfer ist minderjährig.

Die psychischen und physischen Folgen der ständigen Vergewaltigungen und Gewalterfahrungen bis hin zu Folterungen sind immens. Viele der Frauen, Mädchen und Jungen sind schwer traumatisiert.

Eines der größten Probleme bei der Bekämpfung der Zwangsprostitution besteht darin, dass die Anzeige-Bereitschaft seitens der Opfer, die aufgegriffen werden, gering ist, da sie sehr stark eingeschüchtert sind. Deswegen ist es notwendig, dass sie betreut und stabilisiert werden, um klare Zeugenaussagen machen zu können.

Zwangsprostitution in Deutschland

In Deutschland ist Prostitution ein anerkannter Beruf – doch harmlos ist er nicht. Im Gegenteil. Was wir von der deutschen Sex-Industrie mitbekommen schockiert zutiefst und zeigt: Legale Prostitution bietet den optimalen Nährboden für Ausbeutung jeder Art. Das Ausmaß an Zwang, Gewalt und Folgeschäden ist gewaltig.

Zwangsprostitution in Deutschland

Prostitution – Ein ganz normaler Beruf?

Im Jahr 2002 wurde Prostitution in Deutschland legalisiert und als normaler Beruf anerkannt. Damit wollte die Politik Stigmatisierung gegenüber Menschen in Prostitution abbauen und ihnen ermöglichen, sich offiziell zu registrieren. Jedoch meldete sich kaum eine Person an. Fehlende rechtliche Rahmenbedingungen lockten Zuhälter und Menschenhändler aus vielen Ländern der Welt an und in Deutschland entstand eine Prostitutions-Landschaft, die viele als „Bordell Europas“ betitelten. Alles war erlaubt und möglich, niemand kontrollierte was in den Bordellen vor sich ging.

2017 wurde das Gesetz noch einmal angepasst und in das Prostituiertenschutzgesetz umgewandelt.

Offiziell müssen sich seitdem alle Menschen in Prostitution anmelden, bekommen eine Gesundheitsberatung, sollen einen Hurenpass bei sich führen und Bordelle benötigen eine Genehmigung. Zusätzlich wurde eine Kondompflicht eingeführt.

„Die denken, Prostitution ist ein ganz normaler Job und den Frauen geht’s gut. Aber den Frauen geht’s gar nicht gut in der Prostitution. Die einzigen, die es gut haben in der Prostitution sind die Ladenbesitzer und das wars. Und vielleicht der Staat, weil sie noch Steuern kassieren dafür.“
(Ehemalige Betroffene)
Zwangsprostitution in Deutschland, Hamburg

Wie sieht die Realität im deutschen Rotlicht aus?

Das Bild der freien und selbstbestimmten Sexarbeiterin ist weit verbreitet und dennoch trifft es nur auf eine minimale Zahl an Menschen zu. Der Großteil der betroffenen Personen im Rotlicht erlebt eine andere Welt:

Teils minderjährige junge Frauen werden aus Osteuropa, Afrika, Asien und Südamerika unter falschen Vorstellungen nach Deutschland gebracht, um hier in den Bordellen ausgebeutet zu werden. Aus Armut und Alternativlosigkeit gehen sie auf jedes Angebot ein. Prostitution ist für sie keine Wahl, sondern ein Zeichen ihrer Alternativlosigkeit zum Überleben. Ein Großteil der Frauen in Prostitution in Deutschland stammt aus Bulgarien oder Rumänien.

Junge Mädchen aus Afrika, besonders aus Nigeria, werden im Rahmen eines Voodoo-Rituals unter Todesandrohung an die Forderungen eines Zuhälters gebunden und zu tausenden nach Europa in die Prostitution geschickt. Sie wissen sie müssen anschaffen gehen und riesige Summen an die Zuhälter bezahlen, sonst passiert ihnen oder ihrer Familie in der Heimat Schlimmes. Die skrupellosen Zuhälter demonstrieren regelmäßig die Gewalt, die bei Ungehorsam droht. Hilflos sind sie den Forderungen der gewalttätigen Mafia-Gruppierungen ausgesetzt.

Rockergruppierungen und Mafiagruppen aus vielen Nationen haben sich die Rotlichtbereiche deutscher Städte unter sich aufgeteilt. Die Vorherrschaft über das Milieu ist ihnen wichtig, denn es garantiert hohe Gewinne. Sie kontrollieren die Bordelle und die dort tätigen Personen. Große Teile der Einnahmen gehen an die Gruppen. Gleichzeitig diktieren sie die Arbeitsbedingungen und erschaffen eine Parallelwelt in dieser Gesellschaft, die eigene Regeln und Gesetze hat. Loyalität und ein absolutes Schweigegebot nach Außen gehören dazu. Gewalt, Hierarchie-Denken und absoluter Gehorsam prägt das Miteinander im Rotlicht.

Auch deutsche Frauen landen häufig minderjährig in der Prostitution – angeworben durch einen Loverboy. Junge gutaussehende Männer tarnen sich als Freund und locken die Mädchen in die Prostitution. Mit perfider Manipulation und einer Methode die einer „Zuckerbrot und Peitschen“-Taktik ähnelt schaffen sie es, dass die Mädchen glauben, es war ihre eigene Entscheidung im Rotlichtmilieu anzuschaffen, um damit ihrem Freund aus einer schwierigen finanziellen Lage heraushelfen zu können. Dem Loverboy geht es jedoch darum, Frauen (teilweise mehrere gleichzeitig) langfristig in der Prostitution zu halten und sie darin auszubeuten. Die Betroffenen erfahren eine systematische Gehirnwäsche, die den Ausstieg enorm erschwert.

Zwangsprostitution in Deutschland

Kann man freiwillige Prostitution von Zwangsprostitution abgrenzen?

Dies ist kaum möglich. Die Grenzen verschwimmen häufig miteinander.

Ist es freiwillig, wenn…

  • … jemand aus Armut heraus keine Alternative zum Überleben der eigenen Familie sieht, außer auf dem Straßenstrich anschaffen zu gehen?
  • … jemand in der Kindheit sexueller Gewalt ausgesetzt war und verinnerlicht hat, man sei für nichts außer Sex zu gebrauchen?
  • … man durch einen Loverboy in die Prostitution geraten ist, sich dann von ihm lösen konnte und nun weiter anschafft, da das eigene Denken und Selbstbild durch die Manipulation so verändert wurde, dass man für sich selbst nichts anderes mehr sieht?
  • … jemand sich zunächst eigenständig in die Prostitution begibt, dort aber aufgrund der Gewalt stark traumatisiert und dadurch unfähig wird, sich aus der Situation herauszulösen?

Wir erleben, dass es in den Biografien der Betroffenen immer wieder verschiedene Phasen in der Prostitution gibt: Phasen mit ausbeutenden Zuhältern, Phasen ohne. Momente, in denen man verkauft wird, Momente, in denen man selbst Entscheidungen trifft.

Wir sind überzeugt, dass es keine Möglichkeit gibt, Zwangsprostitution von sogenannter freiwilliger Prostitution zu trennen. Beides hängt miteinander zusammen.

Zwangsprostitution in Deutschland

Die Spitze des Eisbergs

Das Elend und die Gewalt, die in den Rotlichtmilieus dieses Landes öffentlich wahrnehmbar sind, bilden nur die traurige Eisbergspitze eines viel größeren Elendes in diesem Land. Die öffentlich sichtbaren Angebote sind nur ein kleiner Teil eines viel größeren Angebots an illegalem Sex. Immer wieder erlebt die mediale Öffentlichkeit einen kleinen Einblick in diese andere Welt. Und zwar dann, wenn Videomaterialien auftauchen, die die sexuelle Gewalt an kleinen Kindern aufzeichnen. Pornografie und Missbrauch an Kindern haben ein gewaltiges Ausmaß angenommen, das jedoch in der Gesellschaft kaum wahrgenommen werden kann, da es im Verborgenen und Privaten stattfindet. Die sexuelle Ausbeutung von Kindern und das Erstellen von gewaltverherrlichender Pornografie von Kindern und Erwachsenen bilden ein massives Fundament für die weitere Ausbeutung von Erwachsenen in legalen Prostitutionsstätten.

In Deutschland haben 728.000 Erwachsene sexualisierte Missbrauchs-Kontakte zu Kindern (Studie von MIKADO und ARD/ZDF 2015). Der Besitz von Kinderpornografie stieg von 2018 auf 2019 um 65% (BKA Kriminalstatistik)

Zwangsprostitution in Deutschland

Folgen von sexueller Gewalt

Der Alltag in der Prostitution ist voller Gewalt. Die Nachfrage nach immer gewaltsamerer Pornografie nimmt zu und damit auch die Nachfrage nach gewaltsamer Prostitution. Auf Frauen urinieren oder koten, sie verbal erniedrigen oder würgen, das Penetrieren in alle Körperöffnungen und vieles mehr – all das passiert täglich im Rotlichtmilieu. Um dies auszuhalten benötigt es die Fähigkeit, den Körper von den inneren Empfindungen zu lösen und mit der Seele ins Innere zu entfliehen. Dieser Vorgang wird Dissoziation genannt und ist ein Überlebensmechanismus für traumatisierende Situationen, in denen Flucht oder Kampf nicht möglich ist. Studien von Melissa Farley zeigen, dass die erlebte Gewalt schwere Verletzungen im Gehirn und Posttraumatische Belastungsstörungen verursachen. Panikattacken, Alpträume, Schlaflosigkeit, Dissoziationen, Depression, Selbstverletzung, ein hoher Stresspegel – mit all dem sind die meisten Menschen konfrontiert, die in der Prostitution waren.

Wenn Frauen bereits im Kleinkindalter regelmäßig sexueller Gewalt z.B. für Kinderpornografisches Material ausgesetzt sind, dann entwickelt sich daraus eine schwere dissoziative Störung, häufig eine Dissoziative Identitätsstörung. Damit haben sie enorme Einschränkungen im Alltag und kämpfen ein Leben lang um die eigene Wiederherstellung und Heilung. Eine dissoziative Identitätsstörung entspricht einer Schwerbehinderung im Alltag und schränkt die persönliche Entwicklung enorm ein. Was Täter für einen Moment anrichten, kostet die Opfer ein ganzes Leben.

Zwangsprostitution in Deutschland

Warum steigen Frauen in Prostitution einfach nicht aus?

Warum gehen die Zwangsprostituierte nicht zur Polizei und zeigen ihre Zuhälter nicht an? Warum hören die Frauen in Prostitution nicht mit ihrer Tätigkeit auf? Es gibt viele Gründe, die den selbstständigen Ausstieg aus der Prostitution erschweren.

Finanziell

Das verdiente Geld muss häufig an ZuhälterInnen abgegeben werden oder wird direkt an die Familie im Heimatland geschickt. Es bleibt kaum Geld übrig, das man für einen Ausstieg ansparen könnte. Häufig kommen hohe Schulden bei ihren Zuhältern, Menschenhändlern oder Behörden hinzu.

Keine sichere Unterkunft

Viele Frauen haben keine eigene/sichere Wohnung, in die sie gehen können. Der Arbeitsplatz ist meistens auch der Wohnort der Frauen, sodass eine Abgrenzung nicht möglich ist.

Angst

ZuhälterInnen setzen sie unter Druck und drohen Gewalt an, sollte die Frau sich nicht mehr prostituieren wollen. Angst, dass man nirgendwo sicher vor dem Zuhälter leben kann.

Rechtlich

Viele Frauen kennen ihre eigenen Rechte nicht und sind unsicher, ob sie legal in Deutschland leben können. Vielen Frauen wird der Pass abgenommen.

Fehlende Kontakte außerhalb des Rotlichts.

Die meisten Kontakte sind innerhalb des Milieus oder des missbrauchenden Systems. Es fehlt an Freunden außerhalb, die helfen können, ein neues selbstständiges Leben aufzubauen.

Ohne Hilfe von außen ist ein Ausstieg kaum möglich.

Hier setzt das Mission Freedom HOME an. Mit unserem Angebot möchten wir Frauen beim Ausstieg und in ihrem Prozess zur Eigenständigkeit unterstützen.

Gaby Wentland, Claudia Keuter und ein Teil des Teams von Mission Freedom

1. Säule unserer Arbeit:

Aufklärung

Mit unserer Aufklärungsarbeit wollen wir die Gesellschaft für die Themen Menschenhandel und Prostitution sensibilisieren. Dazu halten wir Vorträge, publizieren Informationen in Form von Flyern und Broschüren und leisten damit Aufklärung zu den Themen Zwangsprostitution und Menschenhandel in der deutschen Gesellschaft.

Wir sind jährlich rund 100 Tage in ganz Deutschland unterwegs, um Aufklärungsveranstaltungen und Vorträge/Schulungen in Schulen, Kirchen und auf Konferenzen zu halten. Unter www.gabywentland.de finden Sie alle Termine, die für den kommenden Zeitraum geplant sind. Wir freuen uns auch über eine Einladung zu einem Fachvortrag in Ihrer Gemeinde, Kirche oder Organisation. Nehmen Sie dazu einfach per E-Mail Kontakt mit uns auf und vereinbaren Sie einen Termin mit uns.

Das Herz von Streetwork ist es, Frauen in Prostitution da zu sein und heraus zu helfen.

2. Säule unserer Arbeit:

Streetwork

Unsere zwei Streetworkerinnen leiten Teams von ehrenamtlichen Streetworkern, die regelmäßig, mehrmals wöchentlich im Rotlicht-Milieu aktiv sind und zeitweise ein Café dort betreiben für Frauen in Prostitution.

Das Herz von Streetwork ist es, Frauen in Prostitution ein offenes Ohr anzubieten und ihnen mit Wertschätzung und Respekt zu begegnen. Es ist für uns ein Privileg, wenn Frauen uns einladen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, und wenn wir durch Verlässlichkeit und Kontinuität Vertrauen mit ihnen aufbauen dürfen.

Schutzhäuser für Frauen aus Menschenhandel / Zwangsprostitution

3. Säule unserer Arbeit:

Schutzhäuser

MISSION FREEDOM bietet in Frankfurt und Hamburg eine Schutzunterkunft an für Frauen, die

  • gegen ihren Willen in die Prostitution gebracht wurden
  • durch einen Loverboy getäuscht und in die Prostitution gebracht wurden
  • sexuell ausgebeutet wurden
  • Hilfe beim Ausstieg aus der Prostitution suchen

Dies gilt für alle Frauen unabhängig von ihrer Herkunft, Religion, Aussagebereitschaft bei der Polizei, ihrem Aufenthaltsstatus und ihren Leistungsansprüchen nach dem Sozialgesetzbuch.

Unterbringung in einer Wohngemeinschaft mit gemütlichen Einzelzimmern und Gemeinschaftsräumen

MISSION FREEDOM HOME

Mit unseren derzeit zwei Mission FREEDOME HOMEs bieten wir einen sicheren Ort für Frauen, die sexuell ausgebeutet werden. Das HOME bietet Schutz und Sicherheit, Unterkunft und Verpflegung. Zusätzlich stärkende Gemeinschaft, stabilisierende Alltagsstruktur und Begleitung zu Behörden, Ärzten, Therapeuten, Anwälten. Wir arbeiten traumasensibel und unterstützen individuell auf dem Weg in eine neue Lebensperspektive.

Unser Angebot

  • Unterbringung in einer Wohngemeinschaft mit gemütlichen Einzelzimmern und Gemeinschaftsräumen
  • Anonyme Adresse
  • Sicherung des Lebensunterhalts (Unterkunft und Verpflegung, Erstausstattung mit Kleidung und Hygieneartikeln, Klärung der Existenzsicherung)
  • Traumapädagogischer Ansatz und Psychoedukation
  • Ganzheitlicher Ansatz und psychosoziale Beratung
  • Vermittlung und Begleitung zu Ärzten, Therapeuten, Behörden und ergänzende Beratungsstellen
  • Programm zur Lebensgestaltung und Kompetenzerweiterung von Alltagsfähigkeiten
  • Bewerbungstraining und Vermittlung von Berufskompetenzen
  • Vermittlung zu Deutschunterricht und Weiterbildungen
  • Vermittlung zu Anwälten und Prozessbegleitung
  • Zusammenarbeit mit Übersetzern
  • Unterstützung bei Rückkehrwunsch in das Heimatland und Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen vor Ort

Aufnahme in unser HOME

Die Aufnahme in das MISSION FREEDOM HOME erfolgt nur nach Absprache und mit dem Einverständnis der Betroffenen selbst. Eine finanzielle Abklärung vorab ist nicht notwendig. Unser Angebot ist kostenlos und vertraulich. Ihre Informationen werden nicht an andere Stellen weitergegeben, es sei denn, Sie erteilen uns einen Auftrag dazu.

Bitte wenden Sie sich an eines der Büros von MISSION FREEDOM.

  • Eine Aufnahme ist jeden Tag möglich
  • Auch ohne Gewährleistung der Kostenübernahme durch öffentliche Träger

Telefon Hamburg:
040 - 36 19 71 15

Telefon Frankfurt:
0174 - 901 1616

4. Säule unserer Arbeit:

Kooperationen

Mit unseren über 30 Partnerorganisationen haben wir uns zu einer Organisation “Gemeinsam gegen Menschenhandel”, die Lobbyarbeit in der Politik leistet. Des Weiteren sind wir ein Teil von European Freedom Network, ein Netzwerk von über 200 Partnerorganisationen, die gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution aufstehen. Dadurch können wir Frauen begleiten von einem Land ins Nächste und können Hilfe anbieten überall wo Hilfe notwendig ist.

Mission Freedom e.V. ist mit folgenden Organisationen freundschaftlich verbunden:

  • Gemeinsam gegen Menschenhandel
  • European Freedom Network
  • Exodus Cry
  • International Justice Mission Deutschland e.V.
  • Solwodi, Solidarity with Women in Distress
  • Alabaster Jar e.V. Berlin
  • CARF: Christian Aid & Resources Foundation
  • A21
  • Herzwerk
  • ORA International

Was Sie tun können

Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende an MISSION FREEDOM e.V. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie unsere Arbeit und helfen den Opfern des Menschenhandels.

Ihre Spende unterstützt uns in der Kontaktaufnahme mit Zwangsprostituierten, der Versorgung von Opfern der Zwangsprostitution sowie in unserer Aufklärungsarbeit.

Über eine Spende würden wir uns sehr freuen!

Spenden

WALK for FREEDOM in Hamburg

Praktische Ideen

  • Veranstalten Sie einen Sponsorenlauf, oder eine Benefizveranstaltung zugunsten von MISSION FREEDOM, oder anderen Hilfsorganisationen.
  • Informieren Sie Freunde und Kollegen über die Problematik Menschenhandel. Seien Sie dabei kreativ …
  • Veranstalten Sie z.B. unter ihren Freunden einen Filmabend zum Thema. Vorschläge:
  • Nefarious (2013) (in diversen Sprachen, 96 Minuten) zu bestellen bei MISSION FREEDOM e.V.
  • Human Trafficking (2005),
  • The Jammed (2007), Trade (2007), Taken (2008), Lilya 4-Ever (2002)

Durch Mitarbeit unterstützen

Bundesfreiwilligendienst:

Arbeite im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (ehemals Zivildienst) ein Jahr bei uns mit und lerne die Arbeit im MISSION FREEDOM HOME kennen. Einsatzort ist Hamburg oder Frankfurt (Main).

Wir suchen regelmäßig weibliche Bundesfreiwillige, die für ein Jahr mitarbeiten und den Alltag unserer Frauen mitgestalten. Die Starttermine können variieren und werden individuell geklärt.

Zu den Aufgaben gehört:

  • Freizeitgestaltung der Bewohnerinnen
  • Mitarbeit im Schichtdienst
  • Begleitung zu Terminen und Fahrdienste
  • Mithilfe in der Hauswirtschaft

Der Bundesfreiwilligendienst wird zu 95% bei uns in der Einrichtung absolviert. Zusätzlich gibt es eine Betreuung durch die Diakonie, die das Jahr mit Seminaren begleitet und als externer Ansprechpartner unterstützt. Der Bundesfreiwilligendienst wird mit einem Taschengeld sowie einem Fahrtkostenzuschuss vergütet.

Voraussetzungen:

  • Du bist mindestens 21 Jahre alt und hast einen Führerschein
  • Du bist selbstständig und initiativ
  • Du hast Erfahrung in der Anleitung anderer Menschen
  • Du lebst eine aktive Mitgliedschaft in einer christlichen Gemeinde

Bei Interesse schicke Deine

Bewerbungsunterlagen an Inga Gerckens

Praktikum:

Wir bieten Praktikumsplätze für Studierende der Sozialen Arbeit (oder ähnlichen Studiengängen) an. Diese werden von MISSION FREEDOM nicht vergütet.

Was kann man während des Praktikums lernen:

  • Hintergrundwissen zu Menschenhandel, Zwangsprostitution und komplexen Traumatisierungen
  • Alltagsgestaltung in einer Wohngemeinschaft
  • Traumapädagogische Kompetenzen
  • Kennenlernen und Unterstützen der Tätigkeiten unserer Sozialarbeiterinnen
  • Rechtliche und administrative Kenntnisse
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Durchführung eigener Projekte

Voraussetzungen:

  • Das Praktikum findet im Rahmen des Studiums statt
  • Die Mindestdauer des Praktikums liegt bei vier Monaten
  • Du hast Erfahrung in der Anleitung anderer Menschen
  • Du lebst eine aktive Mitgliedschaft in einer christlichen Gemeinde

Bewerbungsschluss für das Praktikum im Sommersemester ist Ende September, Bewerbungsschluss für das Praktikum im Wintersemester ist Ende März.

Bei Interesse an einem Praktikum schicke bitte deine

Bewerbungsunterlagen an Inga Gerckens

Ehrenamtliche Mitarbeit:

Unser Alltagsangebot im HOME wird durch die Mitarbeit von Ehrenamtlichen auf wunderbare Weise erweitert und unterstützt. Wir freuen uns über Anwälte, Ärztinnen, Therapeutinnen und Seelsorgerinnen, die uns einen Teil ihrer kostbaren Zeit und Expertise spenden, um Gespräche für unsere Klientinnen anzubieten.

Hier kontaktieren

Weitere Formen der Unterstützung:

Für den langfristigen Ausstieg aus dem Rotlichtmillieu oder anderen missbrauchenden Netzwerken braucht es ein großes Helfernetzwerk und viele neue gute Kontakte. Dies können wir allein als Organisation nicht leisten. Wir sind dankbar über Menschen, die sich auf vielfältige Weise für Frauen engagieren möchten, damit diese wirklich ein Leben in Freiheit kennen lernen dürfen.

Welche Möglichkeiten des Engagements gibt es in Hamburg oder Frankfurt?

  • Arbeitgeber, die ein Praktikum, eine Arbeitsstelle oder Ausbildung anbieten können
  • Angebote zur Sport- und Freizeitgestaltung im Alltag der Hausbewohnerinnen (Zum Beispiel Reiten, Tanzen, Kunstangebote oder Musikunterricht, …)
  • Familien, die eine Elternrolle für eine Hausbewohnerin übernehmen möchten
  • Weitere Ideen möglich

Ortsunabhängig

  • Besitzer von Ferienunterkünften: Vielleicht könnten unsere Bewohnerinnen einmal in Ihrer Unterkunft in die Ferien fahren?
  • Karten der Ermutigung schreiben
  • Weitere Ideen möglich

Jetzt kontaktieren

Gaby Wentland und das MISSION FREEDOM TEAM

Über uns

MISSION FREEDOM e.V. wurde am 01.01.2011 gegründet. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt.

Das Team von MISSION FREEDOM setzt sich aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern zusammen. Sie verbindet der Wunsch, Opfern des Menschenhandels eine neue Perspektive für ihr Leben zu geben und praktische Hilfe für einen Neustart in ihre Zukunft zu leisten.

MISSION FREEDOM e.V. ist Mitglied der Diakonie und im Vorstand von "Gemeinsam gegen Menschenhandel". Wir arbeiten unter dem Schirm der Evangelischen Allianz Hamburg. Die Finanzierung erfolgt durch Spenden.

MISSION FREEDOM Team

Vorstand

Gaby Wentland Vorstandsvorsitzende von Mission Freedom

Gaby Wentland
Vorstandsvorsitzende
Leitung & Kooperationen
E-Mail

Claudia Keuter 2. Vorsitzende von Mission Freedom

Claudia Keuter
2. Vorsitzende
Leitung & Marketing & PR
E-Mail

Martin Schuit
Dipl. Betriebswirt FH & Advisor
Schatzmeister

Spendenkonto

Bank für Sozialwirtschaft
MISSION FREEDOM

IBAN: DE71251205100004414600
BIC: BFSWDE33HAN

Online Spenden

Wir finanzieren unsere Arbeit vor allem aus Spenden.
Als eingetragener gemeinnütziger Verein sind wir berechtigt Spendenbescheinigungen auszustellen.

Eingetragen beim Amtsgericht Hamburg (VR 210)

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