Der Super Bowl und Zwangsprostitution

Was hat der Super Bowl mit Zwangsprostitution zu tun?

Der Super Bowl ist eins der größten Sport Events des Jahres. Rund 900 Millionen Menschen weltweit verfolgen das Spiel, und der Umsatz spült über 650 Millionen Dollar in die Kassen. Auch in Deutschland begeistern sich immer mehr Menschen für American Football und schauen das Spiel sowie die legendäre Halftime-Show. Doch um den Zusammenhang vom Super Bowl und Zwangsprostitution ranken sich viele Gerüchte. Deswegen stellen wir uns die Frage, was der Super Bowl mit Zwangsprostitution zu tun hat. 

Viele behaupten, dass der Super Bowl das größte Menschenhandel- und Zwangsprostitutions-Event des Jahres sei. Wichtig zu verstehen ist, dass Menschenhandel und Zwangsprostitution an jedem einzelnen Tag des Jahres stattfinden.  
Große Schlagzeilen und Gerüchte verkaufen sich natürlich immer besser, aber sie tragen nicht zur Verbesserung der Situation oder zur Glaubwürdigkeit der tatsächlich Betroffenen bei. 

Nachfrage nach Sex steigt bei großen Events 

Auch wenn die Gesamtzahl der Zwangsprostituierten an diesen Tagen nicht unbedingt steigt, kann man doch die klaren Zusammenhänge sehen. Große Sportevents wie der Super Bowl ziehen Massen von Touristen an, darunter viele Männer. Die ausgelassene Stimmung, der übermäßige Alkoholkonsum, Gruppen von Männern, die „Spaß“ haben wollen lassen die Nachfrage nach käuflichem Sex nach oben schnellen. 

Menschenhändler und Zuhälter wittern darin ein sehr lukratives Geschäft und so werden viele Frauen und Kinder an den Veranstaltungsort gebracht. Die Fans halten sich oft schon vor dem eigentlichen Spiel in der Stadt auf, so dass man beobachten kann, wie sich die Situation verändert. Die Stadt stimmt sich mit Partys und Veranstaltungen rund um den Super Bowl ein und auch auf den Straßenstrichen, den Stripclubs sowie auf Inserats- und EscortSeiten steigen die Aktivitäten. 
Dieses Phänomen kann ebenfalls bei Messen sowie politischen oder wirtschaftlichen Treffen beobachtet werden.

Viele Organisationen, sowie Polizei und FBI, sind seit Jahren alarmiert und führen Aufklärungskampagnen sowie Razzien durch.  

In der Sexindustrie lässt sich besonders mit Minderjährigen viel Geld verdienen. So geraten Kinder und Jugendliche in die Fänge von Zuhältern oder werden über die eigenen Eltern verkauft. Der folgende Artikel zeigt, dass dies auch die traurige Realität um den Super Bowl ist

Erfahrungen vom Super Bowl 2020

Eine unserer Mitarbeiterinnen war 2020 beim Super Bowl in Miami und berichtet: 

 „Ich konnte mit der NGO “Exodus Cry” und vielen anderen Organisationen aus den USA eine Woche vor dem Super Bowl 2020 in Miami sein. Ziel war es, Frauen aus Zwangsprostitution zu erreichen und die Touristen und Besucher aufzuklären. Dafür gab es jeden Tag zahlreiche Outreach-Aktionen. Schon Wochen vorher begannen wir mit dem „Online Outreach“. Dabei versuchten wir Kontakt zu den Frauen aufzubauen, die auf online-Portalen angeboten werden. Tatsächlich konnten wir so vor Ort in Miami Treffen mit ihnen vereinbaren. Manche kehrten aus Angst wieder in die Zwangsprostitution zurück, aber andere konnten wir zunächst in einem Schutzhaus unterbringen und anschließend an Ausstiegsbegleitungen vermitteln.

Durch Spenden hatten wir jeden Tag frische Rosen und hochwertige Kosmetika, welche wir an die Frauen im Milieu verschenken konnten. Wir besuchten Bordelle, die sich als Massagesalons tarnten, Stripclubs und den Straßenstrich. Wir trafen Frauen aus verschiedenen Ländern darunter Südamerika, Südostasien, USA und Russland. Jeder Einsatz zeigte uns erneut die erschütternde Realität von Zwangsprostitution. Wir sprachen mit Frauen, die Drogen nahmen, um die Prostitution zu überstehen. Wir sahen Minderjährige, die sich aus Angst vor dem Zuhälter nicht auf Hilfsangebote einlassen konnten und wir sahen Frauen, die unter der Kontrolle von Madames standen und sich nicht einmal trauten mit uns zu reden. 
 
Außerdem sprachen wir mit Besuchern, um sie auf Menschenhandel und Zwangsprostitution aufmerksam zu machen. Ein Team von Männern führte mit Sexkäufern Gespräche, um mit ihnen über ihre Handlungen zu sprechen.“ 

Was hat der Super Bowl mit Zwangsprostitution in Deutschland zu tun?

Im Jahr 2024 blicken wir auf die Fußball EM in Deutschland. Dabei werden Spiele in 10 Städten ausgetragen. Betrachtet man das Sexkaufverhalten von Männern bei großen Events ist anzunehmen, dass es in Deutschland zu ähnlichen Entwicklungen kommen wird. 

Daher wollen wir in den nächsten Monaten verstärkt auf die Entwicklung der Nachfrage achten, die Öffentlichkeit aufklären und mit lokalen Streetwork-Teams in den Städten arbeiten.  

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